Der Kindergarten

Kindergarten

Der Kindergarten ist eine Organisation für Kinder, die in der Bundesrepublik Deutschland das 3. & in der Schweiz das 4. Altersjahr abgeschlossen haben und in der Republik Österreich wenigstens 2,5 Jahre alt sein sollten, jedoch noch nicht zur Schule gehen. In Unterscheidung hierbei redet man bei Institutionen für jüngere Kinder hauptsächlich von der Kinderkrippe und vom Kinderhort bei Institutionen für Kinder im Grundschulalter. In Orientierung an Friedrich Wilhelm August Fröbel, den Begründer des 1. Kindergartens, wird der Begriff mittlerweile immer öfter ebenfalls als Sammelbezeichnung für sämtliche Institutionen der Kindertagesbetreuung benutzt.

Zugehörigkeit

Der Kindergarten ist in der Bundesrepublik und der Republik Österreich dem Sozialbereich zugehörend, in Deutschland gehört er zur Kinder- und Jugendhilfe, in Österreich ressortiert er im Sektor „Soziale Sicherheit“. Damit gemein ist eine sozialpädagogische Leitlinie mit einem Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsauftrag. Der Kindergarten erweitert die Erziehung in der Verwandtschaft; er bietet Kindern erweiterte und weitreichendere Erfahrungs- und Bildungsmöglichkeiten über das vertraute Umfeld hinaus. Im Unterschied zum Schulsystem hat der Staat in der Kindertagesbetreuung keinen eigenverantwortlichen, vom Erziehungsrecht der Erziehungsberechtigten autonomen Einsatz. Dieser Einsatz des Kindergartens leitet sich vom Erziehungsrecht der Erziehungsberechtigten ab und wird ihm mit den (Betreuungs-)Vertrag übertragen. Im Zusammenhang der Bildungsdebatte, die in der Bundesrepublik Deutschland vor allem das mittelprächtige Abschneiden bei den weltweiten PISA-Studien verstärkt wurde, richtete sich die Zuwendung immer öfter auf den Bildungsauftrag des Kindergartens (siehe auch Vorschule).

In der Schweiz ist der Kindergarten eine Komponente des Schulsystems. Außerhalb der Unterrichtszeiten befinden sich die Kinder daheim oder werden in der Kinderkrippe beaufsichtigt. Der Kindergarten ist je nach Verwaltungsbezirk regional oder städtisch geregelt.

Ebendort wird auch stellenweise der Begriff Kindergartenschüler benutzt. Alternativ werden Kindergartenkinder in der Schweiz, im Fürstentum Liechtenstein und Vorarlberg auch oftmals als Kindergärtler benannt.

Öffnungszeiten eines Kindergarten

In Bezug auf der Öffnungszeiten kann man mehr oder weniger drei Arten differenzieren:

  • Teilzeitbetreuung, am Vor- und/oder am Nachmittag
  • Verlängertes Vormittagsangebot, von morgens bis nach dem Lunch
  • Ganztagsbetreuung, von morgens bis zum späten Nachmittag. Diese Institutionen heißen in Deutschland gewöhnlich Kindertagesstätten (kurz Kita), Tagesheime oder Tageskindergarten. In jüngster Vergangenheit bieten Inhaber in Hinsicht auf die Verträglichkeit von Familie und Job auch in zunehmendem Maß erweiterte Betreuungszeiten an, die sehr frühzeitig morgens starten (5:30 Uhr), bis in den späteren Abend andauern (20 Uhr) und Samstage und Übernachtungsmöglichkeiten beinhalten.

In den überwiegenden deutschen Kindergärten arbeiten verschiedene pädagogische Fachkräfte, wie Erzieher, Kindheitspädagogen, Sozialpädagogen, Kinderpfleger und Sozialassistenten. In Österreich werden in Kindergärten eigens ausgebildete Kindergarten-Pädagogen, Kinder-Betreuer und Stützkräfte beschäftigt. In der Schweiz dozieren an Pädagogischen Universitäten ausgebildete Kindergärtnerinnen.

Versorgt werden in Deutschland Kindergärten – örtlich in überaus verschiedenen Verhältnisen – durch freie Eigentümer oder von den politischen Gemeinden. Freie Besitzer sind vor allem geistliche Träger, Organisationen der Freien Wohlfahrtspflege, Vereine und Elterninitiativen oder unternehmerische Träger.

Besondere Kindergärten

Weiterführend oder hinzufügend zu den Regelkindergärten gibt es sonderpädagogische und heilpädagogische Kindergärten, die überwiegend als eingliedernde Kindergärten unterhalten werden, also Kinder mit und ohne Beeinträchtigungen oder Förderbedarf zusammen befürsorgen. Ab und zu zeichnen sich Kindergärten durch ein besonderes Angebot oder pädagogisches Profil aus, wie zum Beispiel Bauernhofkindergärten , Montessorikindergärten, Waldkindergärten oder Waldorf-Kindergärten. Es gibt darüber hinaus Kindergärten, die in der Sprache und nach den pädagogischen Grundlagen anderer Länder geführt werden (unter anderem französische, italienische oder auch spanische Kindergärten).

Mit steigender Tendenz werden die Institutionen nicht mehr nach Altersgruppen (Hort, Krippe, Kindergarten) oder nach Zielgruppen separat unterhalten, sondern stattdessen in integrierter beziehungsweise immerhin zusammengelegter Organisation.